Ligakultur

Beobachtung des 17. Spieltags - Die Liga steht immer noch Kopf

Written by Die Torschrei-ber am 21.12.10  » Fußball - Profibereich
Die Hinrunde ist vorbei. Die Spieler gehen in ihren oft wohl verdienten, manchmal bitter nötigen Weihnachtsurlaub. In Vier Wochen geht es wieder los, wir sind gespannt, ob die Rückrunde hält, was die Hinrunde versprochen hat.

Die Liga steht Kopf. Das der BVB Herbstmeister wird, dass ist zwar eine kleine Überraschung, doch nicht die eigentliche Sensation. Die liegt im Vorsprung von zehn Punkten, den die Borussia auf das nächste Sensationsteam aus Mainz zur Halbzeit hat. Die "Rasselbande" von Jürgen Klopp hat bisher 43 Punkte bei 39:10 Toren geholt. Besser war nur Bayern München in der Saison 2005/2006 unter Felix Magath. Sie holten damals 44 Punkte bei 35:12 Toren.

Auf Platz 2 folgt Klopps Ex-Club Mainz 05. Die "Bruchweg-Boys" von Thomas Tuchel waren lange Zeit selber das dominierende Team, doch Mitte der Hinrunde mussten sie den BVB ziehen lassen. Mit dem 2. Platz und 33 Punkten kann man trotzdem mehr als zufrieden sein. Es ist die beste Halbserie der Mainzer in der Bundesliga und mit 33 Punkten dürfte das Minimalziel Klassenerhalt bereits gesichert sein.

Nur auf Platz 3 folgt die Werkself aus Leverkusen. Auch hier muss man sagen, dass 33 Punkte eine gute Halbserie bedeuten, aber wenn man sieht, dass man bei den Heimspielen bereits 14 der möglichen 27 Punkte verschenkt hat, darf man sich schon etwas ärgern.

Ganz anders die Vereine aus Hannover (Platz 4), Freiburg (6) und Frankfurt (7). Sie haben ihr Soll mehr als erfüllt und können zufrieden in die Winterpause gehen. Mit etwas Glück winkt am 34. Spieltag sogar ein Platz in Europa.

Durchbrochen wird dieses Trio von den Bayern, die auf dem 5. Platz liegen. Mit 29 Punkten kann man nur bedingt zufrieden sein, besonders da in diesem Jahr der Herbstmeister weit enteilt ist. Einen Rückstand von 14 Punkten können auch die Bayern nur schwer aufholen.

Durchwachsen bis katastrophal verlief die Hinrunde bei Hoffenheim (8), dem HSV (9) und Schalke 04 (10). Sie haben allerdings alle das Potential in der Rückrunde die 6-9 Punkte Rückstand auf Hannover aufzuholen und am Ende noch in die Europa League zu rutschen. Eine Qualifikation für die Königsklasse ist wäre allerdings eine Sensation.

Ebenfalls im Mittelfeld liegen Nürnberg (11) und Kaiserslautern (12). Für ihre Erwartungen ein akzeptables Abschneiden. Ihr Punktepolster auf den Relegationsplatz beträgt bereits sechs bzw. sieben Punkte.

Nicht aus der Krise kommen Wolfsburg (13) und Bremen (14). Erst 19 Zähler haben sie auf ihrem Konto, was weit hinter den Erwartungen ist, die man an sich selber hat. Die Rückrunde kann bei beiden Teams eigentlich nur besser werden. Doch wenn man nicht aufpasst, dann rutscht man schnell mitten in den Abstiegskampf.

Dort befindet sich der FC St. Pauli (15), was vor der Saison von den meisten Experten auch erwartet wurde. Noch steht man über dem Strich und auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt der Vorsprung aktuell fünf Punkte. In der Rückrunde muss aber die Torausbeute definitiv besser werden. Mit lediglich 16 erzielten Toren ist man das Schlusslicht der Liga.

Lediglich zwei Tore mehr, dafür aber zwei Punkte weniger haben die Kölner (16) auf ihrem Konto. Unter Schaefer ist aber ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Mit Volker Finke kehrt zudem ein alter Bekannter in die Bundesliga zurück, der in der Rückrunde den Posten des Sportdirektors bei den Geißböcken übernehmen wird.

Die Enttäuschungen der Hinrunde sind ganz klar die Teams aus Stuttgart (17) und Mönchengladbach (18). Dabei waren die Spiele beider Mannschaften durchaus sehr ansehnlich, besonders für den neutralen Zuschauer. Am 2. Spieltag konnte Mönchengladbach mit 6:3 in Leverkusen gewinnen, doch nur zwei Spieltage später wurde man vom VfB auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als man mit 0:7 in Stuttgart verlor. Für die Stuttgarter war dieser Sieg jedoch nicht die erhoffte Initialzündung. Auch nicht der 6:0 Sieg über Werder Bremen am 11. Spieltag. Am 12. Spieltag führte man bereits 3:0 in Kaiserslautern, doch man gab den sicheren Sieg noch aus der Hand – das Spiel endete 3:3. Und im 153. und letzten Spiel der Hinrunde folgte ein weiteres Highlight mit den Schwaben. Im Heimspiel gegen Bayern München fielen acht Tore, allerdings fünf für die Gäste aus München.

In den 153 Spielen der Hinrunde fielen bisher 481 Tore, was ein Schnitt von 3,14 Toren pro Spiel bedeutet. Eine Hinrunde mit vielen Toren, vielen Highlights und vielen Überraschungen, sowohl positiv, als auch negativ. Eine Hinrunde die Lust macht auf mehr.

Original: Torschrei - Der unabhängige Fußballblog